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KISA goes TOA: So sieht der Content der Zukunft aus

June 22, 2018

Das Tech Open Air im Berliner Funkhaus ist Europas größte Tech-, Zukunfts- und Lifestyle-Konferenz. Wir haben uns dort für euch umgesehen und einiges über die Zukunft von Content Creation gelernt. 

 

Wer das Funkhaus Berlin kennt weiß, dass man sich bei Betreten des Geländes meistens gleich wie in einer anderen Welt fühlt. Die ehemalige DDR Rundfunksendeanstalt ist ein Backsteinkomplex, voller gut erhaltener, architektonischer Schätze und akustischer Juwele, idyllisch gelegen am Ufer der Spree.

 

 

 

Dieser verstaubten DDR-Romantik setzt das Tech Open Air jedes Jahr im Juni etwas Futuristik entgegen. 20.000 TeilnehmerInnen und mehr als 150 Rednerinnen tauschen sich dann nämlich über die Zukunft von Technologie, Arbeitswelt und Leben aus. Das TOA sieht sich als Europas führendes branchenübergreifendes Technologie Festival. Ihre Mission sehen die Gründer darin, “Menschen durch interdisziplinären Wissensaustausch und Kollaborationen zu inspirieren". Und inspirierend, ist auf jeden Fall das Wort, mit dem ich das TOA und die Atmosphäre dort zusammenfassen würde. Start Ups, Tech-Branchenführer,  sowie Musiker und Künstlerinnen treffen hier zum kreativen Austausch an zwei Tagen aufeinander. Ich habe bei Vorträgen alles über leuchtende Biker-Jacken aus Schmetterlingseiern gelernt und wie man Empathie im Geschäftsleben am besten anwenden kann. Habe aus erster Hand gehört, dass es möglich ist, von einer Obdachlosen, in nur wenigen Jahren, zu einem wichtigen Venture Capitalist zu werden und weiß nun, dass die Fehler von heute, die Erfolge von morgen sind. 

 

Neben all diesen exotischen Themen und Talks standen aber Content Creation und Social Media natürlich auf meinem TOA Stundenplan. 

 

Crypto, Blockchain und Clickbait 

 

Gleich vorab: Content bleibt auf jeden Fall weiterhin King! Auch immer noch wichtig und wichtiger denn je, sind dabei user-relevante Inhalte und Social Media. User und Userinnen stehen daher im Mittelpunkt. Für viele sind sie sogar der Mittelpunkt des gesamten Businessmodells. 

 

Der CEO von VICE DACH gab einen Vortrag darüber wie man relevanten Content erstellt, in dem man die LeserInnen in den Mittelpunkt stellt. Alle Rechte am abgebildeten Material liegen bei VICE. 

 

Einige soziale Netzwerke setzen schon heute oder in Zukunft auf dezentrale, transparente Datenspeicherung und preisen Blockchain an. Sogar eigene Cryptowährungen, um UserInnen für guten Content zu belohnen werden eingeführt oder existieren schon. 

ask.fm möchte in Zukunft auf seine User für guten Content belohnen und wird ab Ende des Jahres 2018 über Blockchain laufen. 

 

 

Word of mouth (WOM) ist ein Token für Produktempfehlungen. Mit ihm arbeitet zum Beispiel die Videoplattform Yeay. Auf dieser Plattformen präsentieren Influencer und Mikroinfluencer Produkte die ihnen gefallen und können dadurch Tokens sammeln oder weitere Produkte erhalten.   

 

Guter Content wird also belohnt, während Fake News und Clickbait hingegen der Kampf angesagt wird! Wer entscheidet nun aber darüber was wahr ist und was fake? Algorithmen. Algorithmen, die die Qualität und Glaubwürdigkeit von Content jeglicher Art klassifizieren sollen, sind gerade bei factmata zum Beispiel im Entstehen. Bereits jetzt durch ein Bewertungssystem klassifizierbar sind Hate Speech, Propaganda und extrem politisch voreingenommener Content, Spoof Websites (also jene Websites die andere Webseiten nachahmen und Fake Versionen davon online stellen) und Clickbait Content. 

 

Genaueres dazu könnt ihr in diesem Podcast erfahren: 

 

Monetarisierung: Konstanter Fluss an Zahlungen  

 

Auch zur Monetarisierung von Content und dem Web generell habe ich neue Ideen gehört. Wahrscheinlich wird es in Zukunft zu einem “Threemium” Modell kommen. Das heißt, das altbewährte Freemium Modell, bestehend aus einer Gratisversion, die sich durch Werbeanzeigen finanziert und einer Zahlversion, die anzeigenfrei ist, wird durch eine dritte Option ergänzt. Bei dieser dritten Option soll es einen einen konstanten Stream an Mini-Zahlungen geben, der im Hintergrund abläuft und wahrscheinlich auf Crypto basiert. Auch damit soll ein neues System entstehen, um Content Creators für guten Content zu belohnen. Alle Zahlvorgänge werden dabei wie gesagt automatisch und im Hintergrund passieren, weshalb viele Webmaster ihre UX und Businessmodelle vermutlich überdenken werden müssen. Man geht davon aus, dass das Modell des Paystreams, Anzeigen nicht ersetzen, aber auf jeden Fall ergänzen wird. Wenn du darüber mehr erfahren möchtest, klicke einfach auf das Bild.

 

 

 

VR und künstliche Intelligenz im Theater 

 

Immer mehr an Bedeutung im Storytelling gewinnt natürlich Virtual Reality. Auch eine Verschmelzung von Künstlicher Intelligenz und immersiven Performances findet mittlerweile schon statt. Frankenstein AI zum Beispiel heißt ein Stück, indem eine Künstliche Intelligenz den Besucherinnern kommuniziert und Fragen darüber stellt was es bedeutet ein Mensch zu sein. Das genaue Gegenteil des üblichen Szenarios also, indem wir normalweise zum Beispiel Fragen an unseren Handy-Sprachassistenten stellen. 

 

Virtual Reality macht es Performances außerdem möglich, Menschen gleichzeitig im virtuellen und analogen Raum zusammenzuführen. So gibt es zum Beispiel virtuelle Tanzstücke, in denen man sich durch eine virtuelle Welt aufeinander zubewegt und sich dann analog, wie virtuell an den Händen fasst um zusammen zu tanzen. Damit werden bisher nicht möglich gewesene Erfahrungen möglich. 

Dieses Bild entstand im Vortrag von Rachel Ginsberg über ihr Projekt Frankenstein AI in dem sie auch generell über die Bedeutung von VR und AI für Storytelling sprach.  ​ 

 

Quo vadis, Internet? 

 

Bunt, lebendig, bewegend, qualitativ hochwertig und bedeutungsvoll. So stelle ich mir nach zwei Tagen den auf dem Tech Open Air den Content der Zukunft vor. 

 

Zuversichtlich und inspiriert kann ich euch deshalb die TOA Talks auf deren YouTube Channel zum Nachzuschauen wärmstens empfehlen. Sicher findet ihr dort auch Themen die euch interessieren! 

 

 

Einen virtuellen Rundgang durch das “House of Tech” könnt ihr hier machen. Vielleicht schon mal als kleinen Vorgeschmack aufs nächste Jahr? 

 

Ich werde sicher wieder da sein! 

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